PRESSEMITTEILUNG 2026-008/2026

Freising, den 18.05.26

Meilenstein für die Spitzenforschung: Staatliches Bauamt Freising realisiert Zentrum für Infektionsprävention (ZIP) - TUM feiert Eröffnung am 18. Mai 2026

Freising - Campus Weihenstephan. Ein Leuchtturmprojekt für die Spitzenforschung ist startklar: Nach der termingerechten Fertigstellung durch das Staatliche Bauamt Freising im April 2026 weiht die Technische Universität München (TUM) am 18. Mai das neue Zentrum für Infektionsprävention (ZIP) feierlich ein. Mit einem Investitionsvolumen von rd. 60 Millionen Euro entstand ein hochmoderner Komplex, der innovative Labortechnologien bündelt, um globale Bedrohungen durch resistente Krankheitserreger zu erforschen und neue Strategien der Prävention zu entwickeln.

Nach dem Projektauftrag durch das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr im Jahr 2021 und dem Baubeginn zwei Jahre später konnte das Staatliche Bauamt Freising den Neubau im April 2026 fristgerecht fertigstellen. Auf einer Nutzfläche von ca. 2.700 m² (2.500 m² Kernnutzfläche) bietet das Gebäude modernste Forschungslabore der Sicherheitsstufen S2 und Bio3 (Labore mit speziellen baulichen Schutzvorkehrungen für die Arbeit mit Krankheitserregern) sowie flexible Kommunikationseinheiten für interdisziplinäre Kompetenzteams. 

Architektur trifft auf technische Präzision 
Der Baukörper wurde hangparallel konzipiert und nutzt die topographische Lage am Campus geschickt aus. Durch die Gestaltung der Freianlagen mit Baumpflanzungen und in Zusammenhang mit der Gebäudebegrünung wird die Situation nun im Sinne eines grünen Campus aufgewertet. Um das ansteigende Gelände abzufangen, wurde ein Funktionsgebäude als eine weitere Baumaßnahme integriert, wodurch eine neue urbane Erschließungssituation entstand. Durch eine horizontale Gliederung der Fassaden aus recycelbaren Keramik-Elementen und umlaufende Wartungsstege erhielt das Gebäude eine angenehme Maßstäblichkeit. Ziel war es, eine unverwechselbare Identität und starke Präsenz des neuen Laborgebäudes auf dem Campus zu schaffen. 

Besonderes Augenmerk lag auf der Wirtschaftlichkeit: Die mit der Projektplanung durch den Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags genehmigten Kosten der Maßnahme von 59,2 Mio. € werden eingehalten. Zusätzlich genehmigte Indexkosten in Höhe von knapp 5 Mio. € für allgemeine Baupreissteigerungen und Risikokosten in Höhe von gut 4 Mio. €, wurden nicht in Anspruch genommen.

Innovative Gebäudetechnik für höchste Forschungsansprüche 
Hinter der Fassade verbirgt sich eine hochkomplexe Infrastruktur, die exakt auf die Bedürfnisse der Forschung zugeschnitten ist. Ein besonderer Fokus liegt auf der energieeffizienten Gebäudehülle und -technik: 

  • Klimaschutz & Energie: Die Flachdächer sind begrünt und werden für Photovoltaik genutzt. Die PV-Anlage mit 52 kWp (Kilowatt-Peak; die maximale Leistung der Solarzellen) führt zu einer Einsparung von bis zu 19 Tonnen CO2 jährlich. Die Lüftungsanlage verfügt über ein Kreislauf-verbundsystem, das die Wärme der Abluft nutzt, um die Zuluft vorzu-wärmen und energetische Verluste zu minimieren. Der Einsatz von LED-Leuchten im gesamten Bereich sowie Elektro-Ladesäulen mit Lastma-nagement unterstreichen den Nachhaltigkeitsansatz. Der Energieaus-weis weist einen Primärenergiebedarf von 43 % unter den gesetzlichen Anforderungen des GEG (Gebäudeenergiegesetz) aus. 
  • Wärme- und Kältekonzept: Die Wärmeversorgung erfolgt in erster Li-nie über das Nahwärmenetz der TUM. Die Temperierung der Büros er-folgt über ein statisches Heizsystem mit abgehängten Heiz-Kühl-Deckensegeln. Die inneren Lasten in den Laboren werden mittels Umluft-kühlern gekühlt. Für die Kühlung des Gebäudes sind zwei Kompressi-onskältemaschinen mit Kältemittel CO2 installiert. Die Abwärme wird zur Gebäudeheizung verwendet oder über Hybridkühler auf dem Dach abgeführt. 
  • Versorgungssicherheit: Eine Netzersatzanlage (Notstromdiesel) versorgt relevante Teile des Gebäudes bei Stromausfall. Eine zentrale USV-Anlage (Unterbrechungsfreie Stromversorgung mittels Batterien) mit einer Leistung von 100 kVA/90kW wurde für sicherheitsrelevante Bereiche (BIO3-Labore, Steuerung der Löschanlage, Serverräume, Brand-schutzanlagen) installiert. 
  • Spezialisierte Laborversorgung: Eine Wasseraufbereitungsanlage erzeugt verschiedene Qualitäten: enthärtetes und teilenthärtetes Wasser über Ionenaustausch sowie vollentsalztes Wasser über Umkehrosmose und nachgeschaltete Elektro-Deionisation (chemiefreie Wasserreinigung). Die Versorgung der Labore mit Wasser erfolgt über eine Netztrennanlage, um eine mögliche Verkeimung des Trinkwassers auszuschließen. Das Laborabwasser wird pH-Wert-überwacht und zentral dem öffentlichen Netz zugeführt. Technische Gase (Druckluft, Stickstoff, CO2, Wahlgase) werden zentral und im gesamten Laborbereich zur Verfügung gestellt. 

Sämtliche Anlagen werden über eine intelligente Gebäudeautomation gesteuert, die vollständig in die zentrale Leittechnik der TUM in Weihenstephan integriert ist.